Briefe

“Liebe Essstörung…”

„Es betrifft auch uns“ – Angehörige von Menschen mit Essstörungen nahmen unsere Einladung, einen Brief an die jeweilige Essstörung zu schreiben, an. Beeindruckend, welch treffende Worte Sie gefunden und mit wie viel Mut Sie Ihren Gefühlen Ausdruck verliehen haben.

Mit der Veröffentlichung dieser wertvollen Briefe möchten wir anderen Angehörigen ebenfalls Mut machen, Ihren Gefühlen und Gedanken Raum geben zu dürfen und sie in ihrer Entschlossenheit stärken.

“Hallo Magersucht! Seit 2013 bist Du ein ständiger Begleiter meines Lebens…

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Es fühlt sich so an, als wärest Du der Stalker, von dem täglich in der Presse berichtet wird. Nur kann ich Dich weder anzeigen, noch eine einstweilige Verfügung gegen Dich erwirken und vor Dir flüchten kann ich auch nicht. Du folgst mir jeden verdammten Tag – egal wohin ich gehe. Du hast mich fast genauso krank gemacht wie mein Kind.

Du hast dafür gesorgt, dass es meinem Kind sehr, sehr schlecht geht – hast sie fast getötet und als sie sich endlich entschieden hat, gegen Dich zu kämpfen, hast Du es ihr so schwer gemacht, dass sie sogar sehr oft darüber nachgedacht hat, sich umzubringen, weil Du (ihr Gegner) ihr einfach zu stark erschienen bist.

 

Jedes Jahr seit 2013 musste mein Kind mehrere Monate (teilweise unter Zwang) in Psychiatrien oder Kliniken verbringen – sie hat ihre ganze Jugend für Dich geopfert und bis Anfang 2015 immer für Dich gekämpft! Doch damit ist jetzt Schluss…. Jetzt hat sie den Kampf gegen Dich angenommen und gewinnt diverse kleine Kämpfe. Trotzdem bist Du immer noch ein großer Bestandteil ihres Lebens!!

 

Ich habe mich all die Jahre damit ausgepowert, Dich zu besiegen; meiner Tochter klar zu machen, dass Du ein Feind und kein Freund bist. Am Ende war ich so kraftlos, dass ich beinahe zugelassen habe, dass meine über alles geliebte Tochter verhungert. Ich war handlungsunfähig und völlig ohnmächtig. Ich konnte ihr nicht mehr helfen!! Doch meine Tochter hat mich dann gebeten, sie in eine Klinik zu bringen; da habe ich nochmal alles mobilisiert…… und da ist sie nun seit über 5 Monaten! UND ich würde mein Leben dafür geben, wenn sie es diesmal schafft, Dich in die Wüste zu schicken!!!

Sie hat sich inzwischen dafür entschieden, nicht mehr zu Hause zu wohnen, weil sie alles an diese schlimme Zeit erinnert! Also hast Du ihr auch ein Stückweit das zu Hause weggenommen und mir die Zeit, die ich gern noch mit ihr zusammengelebt hätte. Ob sie jemals Kinder bekommen wird, steht noch in den Sternen – auch das hat sie Dir zu verdanken! Was willst Du hier noch??

 

Ich weiß nicht, ob ich Dir für irgendwas danken kann – vielleicht hast Du meine Tochter vor anderen schlimmen Dingen bewahrt (Drogen, Alkohol etc.). Das weiß ich nicht – und es fällt mir auch schwer einem Killer wie Dir meinen Dank auszusprechen.

Dafür hast Du uns zu viel Leid gebracht; wir mussten auf vieles verzichten, haben immer Rücksicht genommen. Und wenn wir mal keine Rücksicht genommen haben, dann hatte ich meiner Tochter gegenüber ein schlechtes Gewissen und fühlte mich dann damit schlecht.

 

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, würde ich mir von ganzem Herzen wünschen, dass Du aus unserem Leben verschwindest, am besten ganz von dieser Welt verschwindest…… und ich würde mir wünschen, dass meine Tochter den Kampf gewinnt und ein schönes langes Leben vor sich hat, dass nicht von Dir gesteuert wird.

Das schlimme daran ist, ich kann mich gar nicht mehr an ein Leben ohne Dich erinnern….. aber eines weiß ich noch – wir waren eine kleine glückliche Familie!

 

Viele Grüße

C.P.”

“Liebe Essstörung meiner Tochter M., es ist mitten in der Nacht, ich habe fast einen allergischen Schock…

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…kann nicht schlafen, bin wütend und du bist schuld daran!

Ich hasse dich dafür, dass Du unser Leben vergiftest, unsere Kräfte raubst, unser Lachen zerstören willst, uns die Freude am Leben nimmst! Ich schreibe uns, denn es betrifft uns alle!!!

Du hast dich in M. eingenistet wie ein widerlicher Parasit und frisst all das wunderschöne ihrer Seele, ihres Geistes und ihres Körpers auf und hinterlässt stattdessen nur Angst, Verzweiflung, Leere, Isolation, Wut, Krankheit…aber ich sage dir den Kampf an! Auch wenn ich jetzt schon erschöpft scheine und du glaubst, Du hast es geschafft, ich werde Dich bekämpfen mit allen Mitteln, die ich habe und ich werde nicht ruhen, bis auch M. tief in sich drin die Kraft spürt, dass sie Dich für immer vertreiben kann, dich widerliches Biest!!!

Gerade jetzt braucht M. ihre ganze Kraft, um in der Pubertät sich selbst und was sie in ihrem Leben sein will, zu finden – das ist auch ohne dich schon schwer genug und ich werde nicht zulassen, dass Du ihr diese Möglichkeit nimmst – Du scheinst stark, doch Du bist nichts, wenn wir uns unserer Stärke bewusst sind und gegen dich zusammenstehen! Wir haben oft aneinander vorbeigeredet und tun es immer noch – das macht Dich stark!

Ich habe mir viel die Schuld an all dem gegeben und habe erkannt, wo ich selbst in der Vergangenheit Problemen aus dem Weg gegangen bin, weggelaufen bin, mich anderswo getröstet habe und mich von meiner Familie entfernt habe, sie verletzt habe, vor allem M. und dafür bin ich dir fast dankbar, denn jetzt weiß ich, dass ich mich meinen Defiziten in Partnerschaft und Familie stellen muss, wo sie sind, mich ihnen stellen muss, mutig für uns streiten.

Ich habe gelernt, auch wenn es oft noch nicht gelingt, dass ich nicht alles besser weiß, dass ich nicht alles lösen muss und kann, dass ich dankbar sein kann, wie vieles in meinem Leben glatt und gut gelaufen ist und dass ich deshalb gesunde Wurzeln habe!

Ich möchte gern M. helfen, ihre Wurzeln zu heilen und für sie da sein, wenn sie Schritt für Schritt ihr Selbstwertgefühl neu (wieder) findet und lernt, sich selbst zu vertrauen, sich zu mögen, so wie doch so viele Menschen sie mögen!

Sie hat es verdient, glücklich zu sein, sich in sich wohl zu fühlen, in ihrem Körper und ihrer Seele. Sie hat so viel zu geben und soll es auch sich selbst geben! Freude, Verständnis, Mitgefühl, Lachen, Zärtlichkeit, Ausgelassenheit, Trauer, Liebe und, und, und………

Ich wünsche mir wieder einen ganz unbeschwerten Tag, wo wir einfach alle das Leben genießen und das Essen, das etwas Wunderbares ist!

M. hatte immer Freude am guten Essen und ich hasse dich zutiefst dafür, dass Du ihr diese Freude weggenommen hast – aber sie wird zurück kommen, ich schwöre es dir – und du bekommst auch schon Angst, deswegen schreist du besonders laut, wenn es M. wieder besser geht!

Es wird dir nichts nützen, hörst Du, wir werden dich bekämpfen und diesen Kampf gewinnen!!!

So! Es hat gut getan, Dir mal die Meinung zu sagen, ich fühle mich erfrischt und gestärkt und werde mir jetzt den Schlaf zurückholen, den du mir rauben wolltest!

Deine B.”

 

 

„Ana, ich habe keine Anrede für dich, weil meine Enttäuschung und meine Traurigkeit durch dein Vorhandensein zu groß sind…

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Du bist ein Teil meines geliebten Kindes geworden und magst sie einfach nicht wieder loslassen. Du stellst damit ihr Leben auf den Kopf und meines auch. Ich habe dich nicht gebeten, Teil meines Lebens zu werden und doch bist du beharrlich und täglich in meinen Gedanken.

 

Ich habe dich früh gefühlt. Du warst nicht greifbar für mich und doch saßest du mir im Nacken wie unsichtbare Gefahr. Du hast dich gezeigt, als mein geliebtes Kind in einer Phase der Unsicherheit und des Umbruchs war. Eine schwere Phase.

Du wiegst mein Kind in einer trügerischen Sicherheit und spiegelst ihr Tatsachen vor, gegen die ich machtlos und hilflos bin. Wenn ich mit ihr reden darf, ist meine Stimme nie lauter als deine. Keine Umarmung kann dich vertreiben. Keine Anteilnahme verweist dich auf den hinteren Platz. Keine Verzweiflung, keine Wut.

Du hast mir mein Kind ein Stück weit entfremdet und ich musste schmerzlich erfahren, dass der einzige Weg zu meinem Kind darin bestand, dich ein klein wenig zu akzeptieren. Dafür hasse ich dich.

 

Ich hasse dich, weil ich akzeptieren muss, was mein Kind zerstört. Sie war fröhlich, empathisch, ein herzlich offener Mensch, intelligent und neugierig, lebensfroh und ja, auch glücklich. Und doch hast du einen Weg zu ihr gefunden. Du hast ihr gesagt, alle anderen gaukeln ihr ihre Liebe nur vor. Du hast ihr versprochen, dass ihre Probleme verschwinden, wenn sie die Oberhand über ihren Körper und ihren Lebenshunger gewinnt und ihre Gefühle verleugnet.

Du bist grausam und verlogen, doch sie glaubt dir. Sie sagt, du gibst ihr Halt. Sie hat Angst, dich aufzugeben, weil sie dann nicht mehr weiß, wer sie ist. Wie sie ist.

Seit dem bist du eine ständige Begleiterin meiner Gedanken. Ich habe über dich gelesen, damit ich dich verstehen kann und so vielleicht einen Weg finde, wie ich meinem geliebten Kind helfen kann, dich zu durchschauen.

Denn du bist es nicht, dir ihr hilft! Du kennst sie nicht einmal. Du behandelst sie wie jedes andere Mädchen auch und siehst nicht, was für ein wundervoller Mensch sie ist. Du lässt sie leiden, tagein, tagaus. Du richtest ihre Wut gegen ihre verletzliche Seele und ihren eigenen Körper und lässt zu, dass sie sich bestraft und selber hasst. Du bist ein Parasit, der sich von ihrer Verzweiflung nährt und sie auszehrt, bis nur noch Leere herrscht, wo mal Leben, Liebe und Licht war. Du hüllst sie in Dunkelheit und Angst.

 

Du gibst mir das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein. Du gibst mir Zweifel auf. Lässt mich in dem Gefühl des Versagens durch meine Nächte gehen. Du nimmst mir unwiederbringlich ein Stück meiner Mutterschaft.

 

Ich habe hingesehen. Ja, ich habe Fehler gemacht. Ich sehe dich im Geiste schon nicken. Aber weißt du Ana, ich habe diese Fehler aus Liebe, Unwissenheit und Menschlichkeit gemacht, nicht aus Vorsatz. Ich habe mich manchmal nicht anders entscheiden können, weil es im familiären Zusammenspiel nicht immer nur um eine Person gehen kann, sondern immer das Wohl aller Familienmitglieder. Und ich liebe meine Familie, meine Tochter, meine Sohn und meinen Mann. Ich liebe sie mehr als du jemals verstehen kannst. Denn in die ist keine Liebe. Nur Dunkelheit.

 

Doch wenn du mich eins gelehrt hast, dann ist es wohl Demut. Demut vor deiner gnadenlosen Macht.

Heute sind wir alle essgestört, doch mein Herzenskind trägt die Symptome. Aber ich mag die Hoffnung nicht aufgeben, dass sie erkennt, wie schön ihre Seele ist und dass sie einen Weg findet, sich selber zu lieben und anzunehmen.

Ich bin überzeugt davon, dass sie die Kraft und die Stärke hat, ihr Leben ohne dich zu führen, zu genießen und glücklich zu sein.

Und ich werde immer an ihrer Seite sein, wenn sie das möchte. Mit Liebe.”

 

 

 

„Ich bin so unglaublich wütend auf dich!! Du hast dich in das Leben meiner Tochter geschlichen, …

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…bist gewachsen und gewachsen, hast deine Spinnenarme immer weiter ausgebreitet, immer weitere Kreise gezogen, und letztendlich auch mich mit eingewoben. Verfolgst du einen bestimmten Plan? Willst du unser Leben zerstören? Willst du uns auf irgendetwas hinweisen? Haben wir etwas zu lernen?

 

Viele Fragen, über die ich mir immer und immer wieder den Kopf zerbreche. Du bestimmst das Leben meiner Tochter vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Ist das fair? Warum lässt du sie so leiden!

 

Meine Tochter war immer ein fröhliches Mädchen mit viel Fantasie, sie war entspannt und hat immer gerne und viel gelacht. Das ist durch deinen Einfluss immer weniger geworden. Du hast ihr deinen Willen aufgezwängt, sie in ihren Entscheidungen so sehr beeinflusst, dass sie sich immer mehr verändert hat. Deine Stimme ist so laut, dass ich immer weniger die Stimme meiner Tochter höre, sondern mich mit dir auseinandersetzen muss. Und das will ich nicht mehr!!

 

Ich möchte wieder mit meiner Tochter sprechen! Verschwinde endlich von hier! Verschwinde ins Weltall und komme nie, nie mehr wieder!! Ich bin echt so sauer auf dich, du hast meine Tochter zu einem wütenden und traurigen Menschen gemacht.

 

Aber ich hoffe, du merkst so langsam, dass ich und meine Tochter stärker werden. Wir kämpfen gegen dich an, ist es nicht so?? Hast du nicht in letzter Zeit viel weniger Macht über meine Tochter?? Ja, das gefällt dir nicht, ich weiß, so ab und zu kommst du wieder aus deiner Höhle gekrochen, wirfst dein Netz aus und versuchst sowohl meine Tochter, als auch mich wieder einzufangen und zu beeinflussen.

 

Meine Tochter kämpft. Meine Tochter gibt nicht auf. Und auch ich befreie mich immer mehr aus deinen Fängen. Ich rede wieder mehr mit meiner Tochter als mit dir. Ich gebe dir keine Chance mehr, deine Stimme laut werden zu lassen! Es ist ein harter Kampf, aber merke dir eines: Meine Tochter wird dich nie akzeptieren, keiner akzeptiert dich, denn du bist unnötig, dich braucht keiner hier.

 

Ich wünsche mir, dass du meine Tochter wieder frei gibst und verschwindest! Sie hat es verdient zu leben, Freude zu empfinden, Spaß und Lebenslust zu haben.“

 

 

 

 

„Ich hätte dich schon immer gerne aus dem Leben meiner Tochter verbannt…

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…einzig dankbar bin ich dir für mein Enkelkind. Durch dich entwickelte meine Tochter eine soziale Phobie. In einer Klinik für psychosomatische Störungen lernte sie einen Mann kennen, mit dem sie recht kurz in Beziehung war und sich zum Schutz des Kindes kurz nach dessen Geburt trennte.

Auf Grund der Sorge um das Kind gewichtete meine Tochter ihre eigenen Probleme zunächst neu. Das Kind entwickelte sich in der Schule gut, meiner Tochter gelang es, ein Studium zu absolvieren und eine qualifizierte Ausbildung zu erwerben, da sie sich in Praktika bewährte und sich zuerst ohne Passbild bewarb, was sie selbst als ausschlaggebend ansieht.

Das Verhältnis meiner Tochter zu ihrem leiblichen Vater konnte sich durch die Geburt des Kindes wesentlich verbessern. Früher hat sich meine Tochter vom Vater nicht angenommen gefühlt. Nie war sie gut genug. Seine eigene Unzulänglichkeit hat er auf seine Tochter übertragen, jede Diät forciert, die sie in noch größere Nöte versetzte. Ihre Figur war in der Pubertät schlank, nicht dünn.

Heute kann er einige Fehlverhalten erkennen und unterstützt sie in der Betreuung des Enkelkindes.

 

Du hältst mir immer wieder meine eigene Schwäche vor Augen. Warum habe ich meine Tochter auf ihrem Lebensweg nicht stärken und lenken können? Ich war nicht in der Lage, meinem Ehemann Einhalt zu gebieten. Einem Mann, der generell und überhaupt alles besser weiß. Wäre eine Trennung im Interesse der Kinder sinnvoll gewesen? Auch mein Sohn hatte massive Probleme mit seinem überbordenden Vater.

Heute denke ich, meine Sozialisation ließ mir damals keine Wahl.

 

Mit 16 Jahren bat mich meine Tochter um eine Brustverkleinerung, dich ich nicht verantworten konnte. Zudem war ich der Meinung, dass ein Mädchen wegen seines Busens nicht diskriminiert wird; das war zumindest meine Erfahrung. Ich habe erkannt, die Gesellschaft ist mittlerweile sexistischer; ich habe ihr Problem nicht erkannt. Ich fühle ich seit zwanzig Jahren jeden Tag schuldig. Meine Tochter legte sich einen Schutzpanzer zu, um nicht gesehen zu werden. Ich erkannte mein hübsches Mädchen nicht mehr, dessen Gesicht nicht mehr zum Kopf passte. Ich habe Summen ausgegeben, um sie einzukleiden. Was passte, entsprach nicht ihrem Alter und Geschmack. Oft waren wir weinend in den Läden, sie in der Umkleide, ich verstohlen zwischen den Kleiderständern nach weiteren Kleidungsstücken suchend.

 

Meine Tochter wäre gerne schlank oder wenigstens annähernd an einer Normalfigur. Sie hat jedoch auch Angst davor, weil sie dann wieder die Männer fürchtet, mit denen sie überwiegend schlechte Erfahrungen gemacht hat.

Besonders wütend machen uns beide die geringschätzenden Frauen, die sich den Männern unterwerfen. Sich bei ihnen einschmeicheln, indem sie andere Frauen abwertend bedenken, abfällig scannen, wobei das innere Kopfschütteln nicht zu übersehen ist. Selbst mein soziales Umfeld ist oft nicht zu ertragen, die wertenden Blicke und Bemerkungen. Anmaßend empfinde ich das insbesondere seitens Personen, sogar Pädagogen, die sich damit von eigenen Problemen distanzieren können.

Ist tut weh, zu hören, es sei doch so einfach, dem Dilemma zu entkommen – einfach weniger essen.

 

Meine Trauer, meine Wut lassen mich oft aggressiv werden. Diese Aggression lebe ich massiv gegenüber solchen Leuten aus und verzichte gerne auf ihre Anwesenheit.

 

Du hast dafür gesorgt, dass das soziale Umfeld meiner Tochter sehr überschaubar ist. Der Jugend- und Schlankheitswahn in unserer Gesellschaft tut sein Übriges. Zu kulturellen Terminen bin ich meiner Tochter oft die einzige Begleitung und Veranlasserin, da sie sich am liebsten in ihre Kokon versteckt.

 

Heute hat meine Tochter Angst vor einer Operation, weil sie die Risiken im Internet nachgelesen hat.

Ihr Dreh- und Angelpunkt ist ihr Kind und das will sie selbst aufziehen.

 

Ich wünsche mir, dass die Gesellschaft versteht, wie du, Essstörung, entstehst, wie du aufrecht erhalten wirst und was wir alle dazu beitragen!

 

Ich kann mit niemandem darüber reden; es tat gut, mir mein Elend in diesem Brief an dich von der Seele zu schreiben! Tränen erleichtern“

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