Waage e.V. | Essgeschichten |Essstörungen in Hamburg
Hören sie unsere Podcasts. Was erzählen andere Frauen mit einer Essstörung. Es macht Mut sich Hilfe zu suchen.
eine Magersüchtige erzählt, Erfahrungsberichte von anderen essgestörten Frauen, wie geht es anderen mit dem Essen
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Podcasts: Essgeschichten

Es geht nicht nur um Essstörungen - es geht noch um viel mehr...

Geschichten von Betroffenen

Willkommen bei unserem Projekt “Essgeschichten”. Hier finden sie Audiopodcasts von Betroffenen und Angehörigen, die bei uns Unterstützung gesucht haben. Hören sie, was sie, was ihnen schwerfällt, was ihnen hilft. Prominente unterstützen die Arbeit von Waage e.V. und erzählen diese Geschichten.

Geschichten von Angehörigen

Auf unserem Internetauftritt TISCHGESPRÄCHE für Angehörige von Betroffenen finden Sie Essgeschichten von Angehörigen.

Sprecherinnen
Janine Meyer spricht HELENA
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ich wollte mich durchsichtig hungern

Helena* (24):

„Bei meiner Oma in Polen hab ich oft das Essen unter den Tisch fallen lassen oder dem Hund gegeben, der da rumlief. Ich fand es dort noch schlimmer als zu Hause. Die Frau ist dort ganz klar dem Mann untergeordnet und muss ihn bei allen möglichen Dingen um Erlaubnis fragen. In meinen Briefen habe ich meiner Mutter geschrieben, dass ich lieber … das erfahren möchte, was ich zu Hause erfahren hab, als hier noch länger zu bleiben.
…Später in der Klinik hat mich der Chefarzt gefragt, ob ich bereit wäre, ein halbes Jahr lang eine stationäre Therapie zu machen. Er sprach auch von “Borderline“. Und meine Reaktion? Ich hab erstmal angefangen zu lachen.“

* Name geändert

Katja Riemann spricht TATJANA
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© Gregor Törzs

Ich wollte den Problemen aus dem Weg gehen - ich habe alles geschluckt

Tatjana* (29):

 „Ich habe schon immer über das Essen nachgedacht. Sogar in Russland waren diese Gedanken schon da. Weil ich das so immer von meiner Familie gehört habe – ‚ich soll nicht so spät essen, dann wird man dick und das ist auch nicht gut für den Magen’. Wann das genau angefangen hat mit dem Erbrechen, kann ich nicht sagen, aber richtig los ging’s definitiv in der Pubertät.“

* Name geändert

Susanne Fröhlich spricht CATHRIN
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Man fühlt sich verloren und hilflos

Cathrin* (24):

 „Man muss sich das so vorstellen: Wenn man einen Essanfall hat, fühlt man sich völlig abgeschaltet, wie so ein Zombie. Alles verschwimmt wie im Traum und man stopft einfach alles in sich hinein. Als ob man versucht, einen Deckel auf diese ganzen Gedanken und Gefühle zu legen. … Man bekommt auch Angst, dass es immer so sein wird und man da nie rausfindet“

* Name geändert

Nina Hoger spricht AISHA
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Das Essen hat nicht gemeckert

Aisha* (25):

„Bei uns bedeutet Familie alles. Das wurde uns schon als Kind eingetrichtert. Ab und zu auch mit körperlicher Gewalt. Ich hätte mir so gewünscht, dass ich mal „Stopp!“ gesagt hätte. Aber ich konnte nicht. … Das ungesunde Essen hat mich wirklich getröstet. Das Essen hat nie gemeckert, das Essen war still.“

* Name geändert

Selma Üsük spricht CEYDA
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Für mich ist Essen innere Wärme

Ceyda* (22):

„Das Essen hat mir immer geholfen, wenn es um Gefühle ging. Beim Essen konnte ich abschalten und hatte innere Ruhe; das war Friede auf Erden! Ich hab auch nie über meine persönlichen Probleme geredet. Weil ich mir dabei einfach so elend vorkam. Mir wird immer gesagt, dass ich total selbstbewusst wirke, aber so fühle ich mich eigentlich nicht. Ich hab mich immer stark gezeigt, bis ich irgendwann angefangen habe, diese Fassade Stein für Stein, nein – Sandkorn für Sandkorn bröckeln zu lassen…“

* Name geändert

Tine Wittler spricht KRISTINA
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© Axel Kirchhof

Es war alles egal - Hauptsache dünn

Kristina* (19): 

„Jeden Tag hab ich mich gewogen, mindestens einmal, später auch öfters, einfach total extrem. Ich hab tausend Listen durchgelesen, was wie viel Kalorien hat und wie viel Kalorien man bei der und der Aktivität verbraucht. Dann hab ich viel mehr Kalorien verbraucht, als ich zu mir genommen hab. Wenn ich das so gerechnet hab, hatte ich das Gefühl, ich hab was geleistet und was dafür getan, dass ich abnehme. Immer mehr wurde das für mich zum Wichtigsten in meinem Leben…“

* Name geändert

Ich würde anderen mit den gleichen Problemen gerne sagen, dass man aus der Essstörung rauskommen kann. Jeder braucht eben so viel Zeit wie er braucht, aber das lohnt sich in jedem Fall.

Erfahrungen und Geschichten von jungen Frauen, die bei uns Hilfe gesucht haben, möchten wir festhalten.
Es dauert häufig sehr lang, bis Mädchen und Frauen den Mut finden, sich Unterstützung zu suchen. Meist finden Essstörungen im Verborgenen statt, denn nicht „normal“ essen zu können, verbinden sie selbst mit Schwäche, Versagen und Wertlosigkeit. Besonders junge Mädchen und Frauen, deren Lebenswelt durch unterschiedliche kulturelle Wurzeln geprägt ist, begleiten zusätzliche Schwierigkeiten in ihrem Lebensalltag.

Diese Essgeschichten von jungen hamburger Frauen sollen andere Mädchen und Frauen aufhorchen lassen und sie ermutigen, sich Hilfe zu suchen. Allen anderen Menschen wird so ein Einblick in die Gedanken und Erlebniswelt von jungen Frauen gegeben, die Wege aus ihrer Krankheit suchen. Durch die Beteiligung prominenter Sprecherinnen möchten wir eine wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit für die Problematik essgestörter Mädchen und Frauen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten leisten. Wir möchten junge Frauen in ihrem Selbstwert stärken, indem wir Ihre Geschichten und ihre Wahrnehmung wertschätzen.

Ich hoffe, dass meine Geschichte anderen Mädchen hilft, das Telefon in die Hand zu nehmen oder im Internet zu recherchieren und zu sagen, da ruf ich jetzt an - das traue ich ich jetzt!

Ich kann wirklich empfehlen mit anderen über die eigenen Probleme zu sprechen. Man stellt schnell fest, dass die anderen Menschen auch eine Fassade und eigenen Probleme haben, von denen sie nicht einfach so jedem erzählen.

Aisha* (25), Cathrin (24), Ceyda (22), Kristina* (19), Helena* (24) und Tatjana (29) haben uns ihre Geschichten erzählt. Katja Riemann, Nina Hoger, Tine Wittler, Selma Üsük, Susanne Fröhlich
und Janine „Jini“ Meyer konnten wir als prominente Sprecherinnen für diese Geschichten gewinnen.

Anderen Mädchen und jungen Frauen würde ich gerne sagen, dass Aussehen und Figur nicht das Wichtigste im Leben sind und dass sie den Mut haben sollten zu sich selbst zu stehen und es nichts Schlimmes ist, Schwäche zuzugeben.

Ein Projekt von Waage e.V. – das Fachzentrum für Essstörungen in Hamburg

Diese Menschen und Einrichtungen haben uns unterstützt

Ein herzliches Dankeschön geht auch an alle Mitarbeiterinnen aus den Büros und Managements der Künstlerinnen und Tonstudios, insbesondere an Stephanie Dreckmann von der Lauscherlounge, Jana Crämer von Luxuslärm (www.luxuslärm.de), Beatrix Scherff und Sybille Breitbach von Wasted Management (www.wasted-management.de)

 

Wir bedanken uns bei allen sehr herzlich! Ohne euch/ ohne Sie wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen!

HogerOhne

Nina Hoger ist Schauspielerin, Hörbuchsprecherin und Drehbuchautorin. Sie trat in zahlreichen Fernsehserien auf (Tatort, Die Pfefferkörner, Dr. Sommerfeld) und schrieb das Drehbuch für den Tatort „Hundeleben“. Als Hörbuchsprecherin hat Nina Hoger u.a. den preisgekrönten Debutroman „Grenzgang“ von Stephan Thome eingesprochen sowie das Hörbuch „Tiefer beugen sich die Sterne“ mit Gedichten, Briefen und Prosa von Else Lasker-Schüler.

„Ich unterstütze das Projekt von Waage e.V., damit junge Frauen Mut fassen, über ihre Essstörung in einem geschützten Raum zu reden und eine Stimme in der Öffentlichkeit bekommen. Sie brauchen Hilfe und Waage e.V. kann helfen.“

UesueckOhne

Selma Üsük ist Radio- und Fernsehmoderatorin. Seit 2004 arbeitet sie als Reporterin und Redakteurin bei hr3. Sie ist u.a. Nachrichtensprecherin der hessenschau und vertretende Korrespondentin im ARD-Studio Los Angeles.

„Ich unterstütze das Projekt von Waage e.V., damit junge Frauen darauf aufmerksam gemacht werden, dass Glück und Zufriedenheit nichts mit dem Körpergewicht zu tun haben. Modelmaße sind nicht erstrebenswert und machen krank. Junge Frauen sollen den Mut haben dagegen anzukämpfen.“

FroehlichOhne

Susanne Fröhlich ist Sachbuch- und Romanautorin. Bekannt wurde sie als Autorin des Sachbuchbestsellers „Moppel-Ich“, in dem sie sich selbstironisch mit ihrem Verhältnis zum Essen und zu Diäten auseinandersetzt. Darüber hinaus hat sie viele erfolgreiche Romane geschrieben, u.a. das Jugendbuch „Charlottes Welt“ und den Roman „Lackschaden“. Sie arbeitet  auch als Moderatorin und Redakteurin für den Hessischen Rundfunk.

„Ich unterstütze das Projekt von Waage e.V., weil gerade junge Frauen heutzutage einem unglaublichen Gewichts-Druck ausgesetzt sind und jede Frau lernen kann, sich mit ihrem Körper anzufreunden! Glück hat nichts mit Gewicht zu tun!“

WittlerOhne

Tine Wittler ist Redakteurin, Fernsehmoderatorin und Buchautorin. Sie moderiert u.a. die Sendung „Einsatz in vier Wänden“.
Außerdem betreibt sie den  Onlineshop prallewelt.com („Maßgefertigte Mode und individualisierte Accessoires für (pr)alle Prinzessinnen“) und die Bar „Parallelwelt“ in Hamburg Ottensen.
Anfang 2013 kam ihr Buch „Wer schön sein will, muss reisen“ heraus, in dem sie sich auf einer Reise durch Mauretanien mit verschiedenen Schönheitsidealen auseinandersetzt.

„Jede Frau sollte wissen, dass ihr Körper nicht dafür da ist, von anderen als schön bewertet zu werden und dass ihr Wert nicht von der Form ihrer äußeren Hülle abhängig ist. Das auch konsequent zu leben, ist nicht immer einfach und deshalb unterstütze ich das Projekt von Waage e.V.“

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Janine Jini“ Meyer ist Sängerin der Band “Luxuslärm“. Die Karriere der Band begann 2007, als Luxuslärm das NRW-Rock-It-Finale gewann. Luxuslärm wurden vom deutschen Rock- und Popmusikerverband mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. als beste Rockband 2008 und für das beste Lied 2008 (“Unsterblich“). In ihrem Song “Mehr Gewicht“ singen Luxuslärm gemeinsam mit Culcha Candela gegen den gesellschaftlichen Magerwahn an.

„Ich unterstütze Waage e.V., weil ich das Idealbild, das die Medien vermitteln möchten, absolut krank finde. Ich finde es wahnsinnig mutig, dass junge Frauen ihre Geschichte zu Papier gebracht haben und denke, dass sich andere darin wieder finden können, allein das kann schon helfen und Mut machen. Ein sehr wertvolles Projekt!“

RiemannOhne

Katja Riemann ist Film- und Theaterschauspielerin, Hörspielautorin und Hörbuchsprecherin sowie Musikerin. Sie spielte Hauptrollen in zahlreichen Filmen, u.a. in „Bandits“, „Rosenstraße“ und „Die Apothekerin“. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Deutschen Filmpreis, dem Grimme-Preis und dem Bambi ausgezeichnet.

Urheberrechtshinweis

Alle Bilder und Texte sind urheberrechtlich geschützt und Eigentum der Waage e.V. oder durch Erlaubnis Dritter zur Verfügung gestellt.

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